50 Jahre Leidenschaft für den Handball: Adi Dörsam aus Heppenheim
Adi Dörsam aus Heppenheim feiert 50 Jahre als Handball-Schiedsrichter. Seine Begeisterung für den Sport ist ungebrochen und prägt seine Karriere.
In Heppenheim, einer kleinen Stadt in Hessen, gibt es einen Mann, der seit einem halben Jahrhundert die Pfeife schwingt und Spiele leitet. Adi Dörsam ist nicht nur ein gewöhnlicher Schiedsrichter; er ist eine Institution im deutschen Handball. Über 50 Jahre Erfahrung, unzählige Spiele und eine Leidenschaft, die bis heute anhält. Wenn man ihn nach seiner Motivation fragt, leuchten seine Augen und er erzählt mit Begeisterung von den Anfängen seiner Schiedsrichterkarriere.
Alles begann 1973. Adi war damals 16 Jahre alt, ein begeisterter Handballspieler, der sich vor allem für die Taktik und die Fairness in seinem Lieblingssport interessierte. „Ich wollte nicht nur Spieler sein, ich wollte das Spiel verstehen und mitgestalten“, erzählt er. So wagte er den Schritt, Schiedsrichter zu werden. Nach einer kurzen Ausbildung und dem ersten Pfeifen auf dem Feld war er hooked. „Es ist ein ganz anderes Gefühl, das Spiel von der anderen Seite zu sehen“, sagt er und grinst.
Die ersten Jahre waren nicht einfach. Adi musste sich beweisen, oft gegen Vorurteile ankämpfen. Junge Schiedsrichter werden nicht immer ernst genommen, und auch die Spieler und Trainer waren manchmal weniger freundlich. Doch Adi wusste, dass er es schaffen kann. „Ich habe viel gelernt, vor allem, wie wichtig ein klarer Kopf und gute Kommunikation sind“, erinnert er sich. Mit jedem Spiel wuchs sein Selbstvertrauen und sein Ansehen in der Handball-Gemeinschaft.
Ein Leben für den Sport
Fünf Jahrzehnte später kann Adi auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Über 1.000 Spiele hat er geleitet, darunter auch zahlreiche hochkarätige Begegnungen in der Regionalliga und Oberliga. „Jedes Spiel ist anders, und das macht es so spannend“, sagt er. Er liebt die Herausforderung, die jedes neue Spiel mit sich bringt. Auch die vielen Gespräche mit Spielern, Trainern und Kollegen bereichern seine Erfahrung. „Das Miteinander ist entscheidend. Handball ist ein Teamsport, und auch wir Schiedsrichter gehören zu einem Team, auch wenn wir die Pfeife in der Hand haben“, erklärt er.
Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm auch die großen Finalspiele. Adi pfiff die Entscheidungsspiele in Meisterschaften und Pokalen, wo die Aufregung greifbar war. „Die Atmosphäre in der Halle, das Geschrei der Fans, das Adrenalin – das ist unbeschreiblich“, schwärmt er. Manchmal erwischte es ihn auch, dass der Druck so groß war, dass er ins Schwitzen kam. Doch mit der Zeit lernte er, damit umzugehen. „Man muss fokussiert bleiben und sein Bestes geben“, sagt der erfahrene Schiedsrichter, der in den ruhigen Momenten oft ein paar Atemzüge nimmt, um die Nerven zu beruhigen.
Das Alter ist für Adi kein Hindernis. Heute ist er 66 Jahre alt und leitet weiterhin Spiele. Er fragt sich nicht, wie lange er noch auf dem Feld stehen kann. „Solange ich die Leidenschaft habe, mache ich weiter“, erklärt er. Seine physische Fitness hält er durch regelmäßiges Training und eine gesunde Ernährung aufrecht. „Ich gehe jeden Tag joggen und mache Krafttraining, das gehört zu meinem Leben dazu“, sagt er.
Sein Engagement für den Handballsport geht über das Pfeifen hinaus. Adi ist auch in der Ausbildung neuer Schiedsrichter aktiv. Er gibt sein Wissen und seine Erfahrungen an die nächste Generation weiter. „Es ist wichtig, dass wir die jungen Leute unterstützen und ihnen helfen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln.“ Er merkt, dass die neue Generation von Schiedsrichtern vor anderen Herausforderungen steht. Die sozialen Medien und die ständige Beobachtung durch die Fans machen es nicht einfacher, Fehler zu akzeptieren. „Ich sage ihnen immer, dass Fehler menschlich sind. Das Wichtigste ist, dass man aus ihnen lernt“, meint er.
Für Adi ist Handball mehr als nur ein Sport. Es ist seine Leidenschaft, sein Lebenselixier. Er berichtet von den Freundschaften, die er über die Jahre aufgebaut hat, und wie der Handballsport ihn geprägt hat. „Der Handball hat mich gelehrt, diszipliniert zu sein und Verantwortung zu übernehmen“, erzählt er. Er hat in den letzten fünf Jahrzehnten nicht nur den Sport gesehen, sondern auch, wie sich die Spielregeln und die Einstellung der Menschen verändert haben. Diese Veränderungen beobachtet er mit einem kritischen und zugleich verständnisvollen Blick.
Egal, ob in der Halle oder draußen, Adi hat immer einen positiven Spruch parat. „Lacht mehr, das macht das Spiel schöner“, sagt er oft zu den Spielern. Seine fröhliche Art steckt an. Selbst an stressigen Tagen hat er immer ein Lächeln und ein paar aufmunternde Worte. Das ist es, was das Handballspielen und -pfeifen so besonders macht.
Wenn man ihn fragt, was er aus seinem Leben als Schiedsrichter mitnehmen wird, kommt die Antwort prompt: „Die Erinnerungen an die Spiele, die Menschen, und die schönen Momente. Das kann mir niemand nehmen.“ Ob er irgendwann aufhören wird? „Vielleicht irgendwann, aber nicht jetzt. Solange ich das Gefühl habe, dass ich etwas bewirken kann, bleibe ich aktiv.“
Adi Dörsam ist ohne Zweifel eine Legende im Handballsport. Sein Engagement, seine Leidenschaft und seine Menschlichkeit machen ihn zu einem Vorbild für viele. Es bleibt abzuwarten, wie lange wir ihn noch auf dem Spielfeld sehen werden, aber eines ist sicher: Der Handball hat in Heppenheim einen ganz besonderen Botschafter.
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